Interstella 5555 – „One more Time!“

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Drei Dinge gibt es, die ich mir immer wieder zu Gemüte führen kann. French House, Japanische Zeichentrickfilme und Science Fiction. Wie wäre es denn, alle drei Elemente mal miteinander vereint zu sehen. Aber das sind ja drei Wünsche auf einmal! Das geht nun wirklich nicht. – Doch, es geht! In dem fantastischen Musik-Film „Interstella 5555″…. Weiterlesen

Teeparty ausser Kontrolle – Blood Tea and Red String

blood0Eier, Herzen, Puppen, zunähen, auftrennen, wieder aufscheiden, einführen, Krähen, Raben, Mäuse, Sonnenblumen, Totenschädel, rotes Garn, Spinne, Gesichter und BLUT! – Ergeben diese Worte im Zusammenhang einen Sinn? Das sind die Elemente, aus denen sich die wortlose Handlung des Stop-Motion-Animationsfilms „Blood Tea and Red String“ zusammensetzt.  Weiterlesen

„Schande des Dschungels“ – Pichas erster Streich!

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„Afrika! Hier ist mehr als eine Banane krumm! Afrika! Und sie tanzten einen Rumba, Kasaburu und Lumumba! Afrika! Hier hält man Trockendock für eine Hunderasse die stubenrein ist und hier ist immer Feierabendverkehr: Jeder bumst jeden!“… so in etwa beginnt Jean Paul Pichas erster abendfüllender Zeichentrickfilm „Schande des Dschungels“. Quasi die europäische Antwort auf Ralph Bakshis anarchische Zeichentrick-Eskapaden. Kann Picha mit dem großen Hollywood-Vorbild mithalten?…

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Feuervogel im Weltraum – „Hi no Tori 2772 – Ai no Cosmozone“

BildEigentlich hatte ich ja vor, in diesem Blog keine bis wenige Anime vorzustellen. Nicht, dass ich auf Kriegsfuß wäre, ganz im Gegenteil, habe ich eine große Sammlung an japanischen Zeichentrickabenteuern zu Hause. Aber gerade deswegen wollte ich in diesem Blog beweisen, dass es auch viele tolle Zeichentrickfilme ausserhalb von Japan gibt, die nicht von Disney initiiert worden sind. Dennoch. Gestern habe ich „Herrscher der Zeit“ vorgestellt und wer „A“ sagt, muss auch „B“ sagen. Ein großartiger Zeichentrickfilm aus Japan muss im selben Atemzug erwähnt werden. „Hi no Tori 2772„, der in Deutschland verramscht wurde unter dem reisserischen Titel „Space Firebird„… Weiterlesen

Hugo – Er kehrt zurück ohne jemals dagewesen zu sein…

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Heute ein ganz besonders persönliches Thema, das mir emotional sehr am Herzen liegt. In der Pubertät war das Lesen von Comics die Erweiterung des eigenen kulturellen und literarischen Horizonts. Der Eigenversuch einen Comic zu zeichnen und bei der eigenen Klasse populär zu machen war ein Zeichen kreativen Ausdrucks. Von der sechsten bis zur zehnten Klasse meiner Schulzeit in den Jahren 1992 bis 1997 haben einige Klassenkameraden versucht einen eigenen Comic zu zeichnen. Florian versuchte es mit German-Man, Moritz „beglückte“ die Klasse mit absurden Figuren wie Dr. J Recep Coup, Björn liess Kerosinman verrückte Abenteuer erleben, mein Freund Johannes kreirte die zwei Weltenbummler Fritz & Fratz und meine Wenigkeit versuchte sich an den Erlebnissen der Figur Bernie, die praktisch einen Fuß mit Gesicht darstellte. Doch obwohl mir alle diese verrückten Figuren noch geläufig sind, war keiner von uns mit ihnen in der Schulzeit so erfolgreich, wie Timo W. mit seiner 50-episodigen Reihe „Hugo II“…

Hugo 1+2

Ein Din A4-Blatt in 3 längliche Streifen zerschnitten bildete bereits die Grundlage für ganze drei Episoden von Hugo II. 1992 kam es zu meinem ersten freundschaftlichen Kontakt mit Timo in der sechsten Klasse. Timo hatte jenen „Hugo“ erschaffen und in vier aufeinander folgenden Episoden eine durchgängige Geschichte erleben lassen.  Signifikant war, dass jede Folge mit einem spannenden Cliffhanger endete, so dass man unbedingt zur nächsten Folge greifen wollte und das obwohl im Grunde genommen nichts allzu spektakuläres passierte. Timo zeichnete die Folgen in der Freistunde oder in der großen Pause zum Zeitvertreib und zur Belustigung der Klassenkameraden. Doch die Geschichte von Hugo endete nach 4 Folgen offen…

Im Grunde hätte dieses kleine Ereignis in meiner Biografie ohne Belang bleiben können, gätte ich nicht 1995 bei Timo nachgehakt, was aus der Geschichte geworden ist. Timo behauptete, dass jene Comics unter mysteriösen Umständen verschollen wären und nicht mehr auffindbar seien. Wahrscheinlich lägen sie im Bernsteinzimmer…

Inner SelfAngespornt durch meine Begeisterung begann Timo W. eine Fortsetzung zu zeichnen, deren Inhalt nach den nicht weiter ausgeführten Ereignissen der ersten Hugo-Geschichte ansetzte. Der reisserische Titel: „Hugo II“. Und nach kurzer Zeit stellte sich jahrgangsintern ein kleiner, aber ansehnlicher Erfolg ein. Denn ich blieb zwar weiterhin einer der treibenden Faktoren in der Entwicklung von „Hugo II“, allerdings wurden die Episoden jetzt auch an andere Schüler zuerst innerhalb der Klasse und später auch Klassenübergreifend und im Endstadium sogar Jahrgangsübergreifend herumgereicht. Die Nachfrage und das Echo zu dieser, im Grunde simplen, vom Jugendjargon der 90er geprägten Geschichte war so groß, dass Timo sogar Daumenkinos, Gewinnspiele und Fanmagazine initiierte um dem Drang der Fans nachzugeben.

Im Jahr 1997 musste ich nach der 10ten Klasse die Gesamtschule verlassen, während Timo dort jedoch weiterhin auf sein Abitur zustrebte. Nach unserer Trennung begann der Erfolg von „Hugo II“ abzuebben. Es erschien lediglich nur noch eine Ausgabe des Fan-Magazins, das nach deren Erscheinen eingestellt wurde und das Thema vollkommen in Vergessenheit geriet und in der Versenkung verschwand….

Selbstportrait

… oder etwa doch nicht? Obwohl sich unsere Wege getrennt haben und wir bei späteren Begegnungen nie ein Wort über Hugo II verloren haben, war das Thema in meinem Kopf stets aktuell und unvergessen, ja eine Quelle der Inspiration, möchte ich sagen.

 

Aus Respekt vor „Hugo II“ begann ich im April des Jahres 2008 mit der Verfilmung der Episoden. Ich hatte in einem alten Karton die Comics wiederentdeckt, die Timo mir vermacht hatte und so bekam ich Lust darauf, dem Ganzen ein Denkmal zu setzen.

Bis dato habe ich 18 Episoden und ein Fan-Magazin verfilmen können. Bei Youtube und Myvideo sind sie unter „Hugo II“ zu finden.

Ich möchte mir nicht zuviel auf die Schulter klopfen. Natürlich ist die Handlung und die Charaktere völlig im Bereich des Grotesken und Absurden anzusiedeln. Zudem verstecken sich darin ganz viele Anspielungen auf unsere damalige Umwelt. Und dennoch glaube ich, hat „Hugo II“ immernoch großes Potential und deswegen wollte ich hier auf Flimmervielfalt darauf aufmerksam machen.

Einstellungstest um die Wurst – „Exam“

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Wie wäre es mal wieder mit einem spannenden Thriller? Ein Film, bei dem es um die Wurst geht? Jeder gegen jeden, sich überschlagende Geheimnisse und wachsendes Unbehagen? Und das alles in nur einem einzigen Raum! – Geht nicht? Geht doch! In dem Film britischen Film „Exam“ wird trotz der Tatsache, dass er über 90 Minuten lang in nur einem Raum spielt, eine unglaubliche Spannung erzeugt! Weiterlesen

Den Brysomme mannen – Ein lästiger Mann … in „Anderland“

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Stell Dir vor, Du sitzt als einziger in einem Bus. Der Bus hält mitten in einer kargen von Bergen umsäumten Landschaft an. Man bittet Dich auszusteigen, Du wirst erwartet; An einer Tankstelle ist ein Banner mit der Aufschrift „Herzlich Willkommen“ angebracht. Der Bus fährt ab und ein Auto holt Dich ab, dass Dich in eine Stadt bringt, deren Namen Du nicht kennst. Du bekommst eine Wohnung und einen Job als Buchhalter zugewiesen. „Warum? Wieso? Was jetzt?“, das fragt sich auch Andreas in dem norwegischen Film „Anderland„.  Weiterlesen

„Red Herring! – The Movie“ – a.k.a. „Schatten der Wahrheit“

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Ein „roter Hering“ ist ein beliebtes Stil-Mittel in der Erzählstruktur von Geschichten, die uns Spannung vermitteln wollen. Ein roter Hering ist eine falsche Spur! Beispiel: Detektiv XYZ jagt verbissen den Mörder ABC um nach zwei Dritteln der Geschichte festzustellen, dass ABC überhaupt gar nichts mit dem Fall zu tun hat und er die ganze Zeit in die falsche Richtung gelaufen ist. Und dass, obwohl es einen Haufen von Beweisen dafür gegeben hat, dass ABC der Mörder ist! Solche Geschichten machen Spass, wenn der „rote Hering“ geschickt eingesetzt worden ist. – Im Jahr 2000 erschien der Film „Schatten der Wahrheit“, mit Harrison Ford und Michelle Pfeiffer in der Hauptrolle. Haben wir es hier mit einem frischen gut duftenden roten Hering zu tun? Oder stinkt er vielmehr wie eine verunreinigte Bahnhofstoilette? Weiterlesen

Wenn die Fiktion Einzug in die Wirklichkeit erhält…

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Heute war ich in der Garbsener Schweiz unterwegs und liess mich spontan von einer eher belanglosen Situation dazu animieren, aus einem einfachen Spaziergang ein wahres Horror-Szenario zu machen.

Kennt ihr auch diese Videos, die man bei Video-Portalen findet und bei denen sich irgendwer vor irgendwas ganz fürchterlich erschreckt und man aber auf dem Video nicht sehen kann, worüber? Dann wird behauptet, es wären Geister, Ausserirdische oder sonstige übernatürliche Phänomene in den Videos zu sehen, wenn man GENAU hinschaut. Und letztendlich schaut man sie sich zigfach an und entdeckt rein gar nichts.

Und dennoch erwecken Videos dieser Art den Eindruck, dass manche Menschen den reinsten Science Fiction-Thriller erleben! 😉

Der eiserne Vorhang fällt… im „Club der Entledigten“

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Hier ein kleiner tschechischer Kurzfilm über eine WG von Schaufensterpuppen! Doch sie sind viel mehr als das. Denn immer wenn es Nacht wird, erwachen sie zum Leben. Doch alles wird anders im Dasein der Puppen, als ein ganzer Schlag neuer Mannequins hinzukommt und mal richtig die Bude rockt. Das Ganze versteht sich dabei als burlesker Abgesang an den eisernen Vorhang und den Einzug des Westens in die osteuropäische Kultur! Mir hat der kleine Film sehr gefallen. Gesehen habe ich ihn vor 20 Jahren zum ersten mal auf dem Sender Arte in der Sendung „Snark“, einem Magazin für animierte Kurzfilme. So ist der „Club der Entledigten“ auch ein Stop-Motion-Film der Extraklasse, der zumindest visuell fast schon auf einem Level mit den Quay Brüdern liegt. Lange wusste ich nicht mehr, wie der Film heisst, bis ich ihn letztendlich wiederentdecken konnte. Teilt die Freude mit mir und geniesst den Film.