„Der große Knall“ – Pichas dritter Streich

ImageWährend des kalten Krieges hätte es eigentlich passieren müssen: Der dritte Weltkrieg. Genau mit diesem Thema beschäftigt sich der Belgier Jean-Paul Picha in seinem dritten abendfüllenden Zeichentrickfilm. Nachdem er 1979 mit „Das fehlende Glied“ die Entstehung der Menschheit fabuliert hatte, brachte er mit „Le Big Bang“ 1987 praktisch das Gegenstück über das Ende der Menschheit ins Kino. Darf man weiterhin begeistert sein oder erwartet den Zuschauer diesmal ein Fiasko?

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Herz und Persönlichkeit wo man sie nicht erwartet – „Thomas was alone“

BildAm Anfang war Thomas! Thomas war allein! Allein in einem dunklen Raum. Als er den Raum verlässt, lernt er den charmanten Chris und den selbstbewussten, großgewachsenen John kennen.  Chris hat ausser seinem Charme im Vergleich zu den anderen beiden keine besonderen Fähigkeiten, was dazu führt, dass die beiden ihn unterstützen müssen, von einem Raum in den anderen zu kommen. Doch da sie sich gut aufeinander verlassen können. Noch ein paar Räume weiter, wird es richtig interessant für das Dreiergespann, als sie die dicke Claire kennenlernen. Doch trotz ihrer Behäbigkeit hat Claire eine übernatürliche Fähigkeit: Sie kann als einzige schwimmen und versteht sich dadurch als Superheldin. „Thomas was alone“ ist ein ganz besonderes Videospiel. Denn die vorgestellten Charaktere sind….QUADRATE! Weiterlesen

„Schande des Dschungels“ – Pichas erster Streich!

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„Afrika! Hier ist mehr als eine Banane krumm! Afrika! Und sie tanzten einen Rumba, Kasaburu und Lumumba! Afrika! Hier hält man Trockendock für eine Hunderasse die stubenrein ist und hier ist immer Feierabendverkehr: Jeder bumst jeden!“… so in etwa beginnt Jean Paul Pichas erster abendfüllender Zeichentrickfilm „Schande des Dschungels“. Quasi die europäische Antwort auf Ralph Bakshis anarchische Zeichentrick-Eskapaden. Kann Picha mit dem großen Hollywood-Vorbild mithalten?…

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Lou Scheimer im Alter von 84 Jahren verstorben!…. und wie es mir damit geht!

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Über 30 Konzepte von Zeichentrickserien gehen auf den Verdienst dieses Mannes zurück, der von den späten 60ern bis in die frühen 90er so manch Heranwachsendem die Kindheit vor dem Fernseher versüßte. He-Man and the Masters of the Universe, She-Ra, Bravestarr, die Space Sentinels oder Blackstar dürften so ziemlich jedem TV-Freund meiner Generation bekannt sein. Wie gestern erst bekannt wurde, ist Animations-Legende Lou Scheimer, Gründer von Filmation, am 17. 10. 2013 von uns gegangen. Lasst uns kurz auf die Arbeitsweisen und Visionen eines Animations-Pioniers zurückblicken…

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Stark! – Stärker! – Starker Verkehr! – Heavy Traffic!

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Nachdem er 1972 mit „Fritz the Cat“ seinen Mega-Erfolg feierte, musste Ralph Bakshi einfach noch einen draufsetzen. Der Zeichentrickfilm „Heavy Traffic„, zu deutsch „Starker Verkehr“, ist praktisch die eigentliche Fortsetzung der frechen Katers Fritz. Es ist allerdings eher eine Fortsetzung im Geiste. Erzählt wird die Geschichte des Underground-Comic-Zeichners Michael Corleone und seinem Weg sich als solcher zu etablieren. Weiterlesen

Rätsel um Mysteriöse Maskierungen!

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Eine spannende Geschichte erhält eine meiner Meinung nach unglaubliche Bereicherung, wenn ein mysteriöser, maskierter Charakter auftaucht und den Zuschauer oder Leser vor ein Rätsel stellt. Haben wir den Maskierten vielleicht bereits ohne Maske gesehen und wissen es nicht einmal? Hier haben wir das beste Beispiel: Darth Vader. Als im Jahr 1977 „Star Wars Episode IV –  A new Hope“ ins Kino kam, bekamen die Zuschauer ein großes Rätsel vorgesetzt. „Wer ist dieser maskierte Bösewicht, der das Imperium anführt, und sich selbst Darth Vader nennt?“. Es ist das populärste Beispiel dafür, was eine Maskierung beim Medienkonsumenten bewirken kann. Doch Darth Vader ist nur einer von vielen (und bei weitem nicht der erste) Bösewicht in der Geschichte der Medien. Lasst mich Euch ein paar der interessantesten maskierten Charaktere vorstellen. Weiterlesen

Hugo – Er kehrt zurück ohne jemals dagewesen zu sein…

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Heute ein ganz besonders persönliches Thema, das mir emotional sehr am Herzen liegt. In der Pubertät war das Lesen von Comics die Erweiterung des eigenen kulturellen und literarischen Horizonts. Der Eigenversuch einen Comic zu zeichnen und bei der eigenen Klasse populär zu machen war ein Zeichen kreativen Ausdrucks. Von der sechsten bis zur zehnten Klasse meiner Schulzeit in den Jahren 1992 bis 1997 haben einige Klassenkameraden versucht einen eigenen Comic zu zeichnen. Florian versuchte es mit German-Man, Moritz „beglückte“ die Klasse mit absurden Figuren wie Dr. J Recep Coup, Björn liess Kerosinman verrückte Abenteuer erleben, mein Freund Johannes kreirte die zwei Weltenbummler Fritz & Fratz und meine Wenigkeit versuchte sich an den Erlebnissen der Figur Bernie, die praktisch einen Fuß mit Gesicht darstellte. Doch obwohl mir alle diese verrückten Figuren noch geläufig sind, war keiner von uns mit ihnen in der Schulzeit so erfolgreich, wie Timo W. mit seiner 50-episodigen Reihe „Hugo II“…

Hugo 1+2

Ein Din A4-Blatt in 3 längliche Streifen zerschnitten bildete bereits die Grundlage für ganze drei Episoden von Hugo II. 1992 kam es zu meinem ersten freundschaftlichen Kontakt mit Timo in der sechsten Klasse. Timo hatte jenen „Hugo“ erschaffen und in vier aufeinander folgenden Episoden eine durchgängige Geschichte erleben lassen.  Signifikant war, dass jede Folge mit einem spannenden Cliffhanger endete, so dass man unbedingt zur nächsten Folge greifen wollte und das obwohl im Grunde genommen nichts allzu spektakuläres passierte. Timo zeichnete die Folgen in der Freistunde oder in der großen Pause zum Zeitvertreib und zur Belustigung der Klassenkameraden. Doch die Geschichte von Hugo endete nach 4 Folgen offen…

Im Grunde hätte dieses kleine Ereignis in meiner Biografie ohne Belang bleiben können, gätte ich nicht 1995 bei Timo nachgehakt, was aus der Geschichte geworden ist. Timo behauptete, dass jene Comics unter mysteriösen Umständen verschollen wären und nicht mehr auffindbar seien. Wahrscheinlich lägen sie im Bernsteinzimmer…

Inner SelfAngespornt durch meine Begeisterung begann Timo W. eine Fortsetzung zu zeichnen, deren Inhalt nach den nicht weiter ausgeführten Ereignissen der ersten Hugo-Geschichte ansetzte. Der reisserische Titel: „Hugo II“. Und nach kurzer Zeit stellte sich jahrgangsintern ein kleiner, aber ansehnlicher Erfolg ein. Denn ich blieb zwar weiterhin einer der treibenden Faktoren in der Entwicklung von „Hugo II“, allerdings wurden die Episoden jetzt auch an andere Schüler zuerst innerhalb der Klasse und später auch Klassenübergreifend und im Endstadium sogar Jahrgangsübergreifend herumgereicht. Die Nachfrage und das Echo zu dieser, im Grunde simplen, vom Jugendjargon der 90er geprägten Geschichte war so groß, dass Timo sogar Daumenkinos, Gewinnspiele und Fanmagazine initiierte um dem Drang der Fans nachzugeben.

Im Jahr 1997 musste ich nach der 10ten Klasse die Gesamtschule verlassen, während Timo dort jedoch weiterhin auf sein Abitur zustrebte. Nach unserer Trennung begann der Erfolg von „Hugo II“ abzuebben. Es erschien lediglich nur noch eine Ausgabe des Fan-Magazins, das nach deren Erscheinen eingestellt wurde und das Thema vollkommen in Vergessenheit geriet und in der Versenkung verschwand….

Selbstportrait

… oder etwa doch nicht? Obwohl sich unsere Wege getrennt haben und wir bei späteren Begegnungen nie ein Wort über Hugo II verloren haben, war das Thema in meinem Kopf stets aktuell und unvergessen, ja eine Quelle der Inspiration, möchte ich sagen.

 

Aus Respekt vor „Hugo II“ begann ich im April des Jahres 2008 mit der Verfilmung der Episoden. Ich hatte in einem alten Karton die Comics wiederentdeckt, die Timo mir vermacht hatte und so bekam ich Lust darauf, dem Ganzen ein Denkmal zu setzen.

Bis dato habe ich 18 Episoden und ein Fan-Magazin verfilmen können. Bei Youtube und Myvideo sind sie unter „Hugo II“ zu finden.

Ich möchte mir nicht zuviel auf die Schulter klopfen. Natürlich ist die Handlung und die Charaktere völlig im Bereich des Grotesken und Absurden anzusiedeln. Zudem verstecken sich darin ganz viele Anspielungen auf unsere damalige Umwelt. Und dennoch glaube ich, hat „Hugo II“ immernoch großes Potential und deswegen wollte ich hier auf Flimmervielfalt darauf aufmerksam machen.