Fullmetal Alchemist – Der Stein der Weisen…ohne Harry Potter!

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Hallo! Schon fast ein Viertel Jahr ins Land gestrichen, seit meinem letzten Artikel. Lebe ich überhaupt noch? Ja, ich lebe! Konsumiere ich überhaupt noch Medien? Na klar! Warum habe ich so lange nichts geschrieben? Manchmal passiert das. Werten wir es als Winterpause. Was ist in der Zwischenzeit passiert? Alle Artikel habe ich soweit als Buch auf der Plattform Wattpad zusammengefasst unter dem Titel „101 mediale Erlebnisse die man nicht/getrost verpassen sollte“. Doch gehts jetzt darum? Nein darum gehts nicht. Stattdessen heute ein Bericht über meinen Rewatch der Serie „Fullmetal Alchemist“ aus dem Jahr 2003.

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Ein Knirps mit rotem Mantel, an seiner Seite stets ein Hühne in einer Ritterrüstung. Ob man es glaubt oder nicht, aber die beiden sind Brüder. Der Riese ist sogar der jüngere Bruder des Knirpses. Was ist hier passiert? Die Brüder Edward und Alphonse Elric wachsen in einem kleinen Dorf eines Paralelluniversums in den frühen 20er Jahren auf. Paralelluniversum? Ja, denn in diesem sind einige Dinger anders gelagert als bei uns. Technik und Technologie spielen eine untergeordnete Rolle, Naturwissenschaften sind praktisch nicht existent. Aber stattdessen hat sich die Alchemie zu einer Profession entwickelt. Alchemie war eigentlich ein Vorläufer der Naturwissenschaften. Das Ziel der Alchemisten war die Suche nach dem Stein der Weisen, einem Element, mit dessen Hilfe man Gold erschaffen kann, sein Leben verlängert oder Menschen erschaffen kann. Die Theorie besagt, dass durch einen sogenannten äquivalenten Tausch die Rohelemente eines Gegenstandes oder Lebewesens dieses zusammengesetzt (transmutiert) werden könnten. Doch was in unserer Welt nur Theorie blieb, entwickelte sich in der Welt von „Full Metal Alchemist“ zum Grundpfeiler der Welt. Sogar das Militär und die Polizei setzen Alchemie staatlich gefördert ein.

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Und in einer Welt mit solchen Möglichkeiten war es kein Wunder, dass Edward und Alphonse sich nicht mit dem Tod ihrer Mutter abfinden wollten. Nein, sie versuchten aus den Bestandteilen des menschlichen Körpers ihre Mutter zurückzuholen. Doch das Experiment, die letzte große Hürde der Alchemie, schlägt massiv fehl. Alphonse verliert seinen vollständigen Körper. Lediglich seine Seele wird von Edward an eben jene Rüstung gekoppelt. Doch auch das hat seinen Preis. Edward verliert dabei ein Bein und einen Arm. Doch glücklicherweise sind sie gut bekannt mit der Familie Rockbell, ansässigen Technik-Genies. Sie stellen künstliche Protesen, sogenannte Automails her, die Edward wieder ermöglichen sich durch die Welt zu begeben. Die Gebrüder Elric finden sich nicht mit ihrem Schicksal ab. Im Gegenteil beschliessen sie, sich zu Staatsalchimisten ausbilden zu lassen und den legendären Stein der Weisen zu suchen. Denn wer diesen besitzt hat die Macht, alles zu tun. Und an erster Stelle steht für die Brüder ihre Körper wieder in den Ursprungszustand zurückzuführen.

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Doch der Weg ist lang und beschwerlich. Denn es kommen mehrere zu überwindende Hürden ins Spiel, als Edward und Alphonse ursprünglich dachten. Aufnahmeprüfungen, Chimären, mehrere Trittbrettfahrer, die von sich sich behaupten den Stein der Weisen zu besitzen, ein vernarbter Alchemisten-Killer und eine Verschwörung in den Reihen des Militärs. Jede Menge Abenteuer und Kämpfe gegen künstliche Lebenwesen genannt Hommunculi müssen überstanden werden, bis die beiden Brüder (möglicherweise) an ihr Ziel gelangen….

Als „Fullmetal Alchemist“ im Jahr 2003 verfilmt wurde, war die Comic-Vorlage noch nicht abgeschlossen. Kein Wunder also, dass die Zeichentrickserie sich dadurch verselbständigte und dank guter Einschaltquote nicht abgesetzt werden wollte. Also beschloss man von der Vorlage abzuweichen und einen eigenen weiteren Verlauf zu fabulieren. Es gibt genügend Beispiele dafür wo ein Abweichen von der Vorlage in einem kompletten Disaster endete….nicht jedoch bei „Fullmetal Alchemist“!

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Entstanden ist eine wirklich wunderbar spannende und faszinierende Serie voller interessanter und sympathischer Charaktere, die allesamt mehrdimensional ausgestaltet wurden. Nicht jeder vermeintliche Held ist auch tatsächlich einer und nicht jeder Bösewicht hat nicht zumindest auch plausible Motive für sein Handeln. Egal wer in der Serie den Löffel abgibt, es tut immer weh. Besonders gut gefallen hat mir die Mischung aus überwiegend ruhigen, nachdenklich-melancholischen Folgen zu guten 2/3, während das übrige Drittel spannende Action gewürzt mit dem typisch übertriebenen Japano-Humor bot. Das ist genau das Verhältnis, dass der Serie gut tut und dazu führt, dass wirklich nichts gehetzt oder andererseits in die Länge gezogen wirkt, wie bei anderen Genre-Vertretern a la „Naruto“ und „One Piece“. Auch die Länge von 51 Episoden und einem dazugehörigen abschliessenden Kinofilm ist genau angemessen um eine gute Geschichte zu erzählen. Kein Deut zuviel oder zu wenig.

Animationstechnisch wird solide Kost geboten. Das Alter der Serie sieht man lediglich durch die Tatsache, dass die Serie noch nicht im Bildformat 16:9 produziert wurde sondern noch für kleine Fernsehschirme ohne ausladendes Breitbild produziert wurde. Ansonten hält die Serie einen gehobenen Animationsstandard, wie ihn viele TV-Produktionen heute noch nicht haben.

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Musikalisch haben sich unter den Vorspännen ein paar echt nette rockige Ohrwürmer eingeschlichen, die den Zuuschauer gut auf das Abenteuer-Flair der Serie einstimmen.

Der abschliessende Kinofilm „Der Eroberer von Shamballa“ ist abschliessend nochmal ein richtiges Geschenk für alle, die die Serie bis zum Ende verfolgt haben. In einem dramatischen Finale wird hier der Leinwand würdig die Serie in all ihren Qualitäten zum Abschluss gebracht.

Nun ist hinlänglich bekannt, dass die Serie 5 Jahre später eine Fortsetzung mit dem Beinamen „Brotherhood“ nach sich zog, die sich vollständig an die mittlerweile abgeschlossene Comic-Vorlage von Hiromu Arakawa hält. Gesehen habe ich sie noch nicht, aber jedenfalls Appetit bekommen. Denn in einschlägigen Rezensionen ist immer wieder zu lesen, dass die zweite Staffel die heute vorgestellte erste in allen Belangen in den Schatten stellen soll. Wenn dem so ist, freue ich mich drauf und werde sie mir zu Gemüte führen. Dennoch kann ich sagen, dass diese erste Fassung der Geschichte obgleich ihrer Abweichungen ein in sich geschlossenes rundes TV-Erlebnis ist, das man all jenen empfehlen kann, die nicht glauben Zeichentrickserien wären nur etwas für Heranwachsende. Wer Spass an Abenteuern hat und Serien mit Cliffhanger-Elementen am Ende fast jeder Folge sucht, wird hier fündig.

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2 Gedanken zu „Fullmetal Alchemist – Der Stein der Weisen…ohne Harry Potter!

  1. Hallo!

    Es gibt schon Zufälle…🙂 Full Metal Alchemist habe ich auch gerade erst abgeschlossen. Und zwar beide Fassungen. Beide haben definitiv ihre Da­seins­be­rech­ti­gung. Kommt mir vor wie 2 Geschichten aus 2 verschiedenen Paralleluniversen. Manchmal echt verwirrend, aber definitiv beide sehenswert. Welche Fassung besser ist kann ich jedoch nicht sagen. Stehe genau dazwischen.

    Gruß,
    Marc

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