Repoman – Punkrock-Abenteuer der Spitzenklasse

repoman0Nicht zu verwechseln mit „Repo Men“ oder „Repo – The Genetic Opera“, die beide neueren Ursprungs sind, stelle ich Euch heute einen Film vor, der bereits 31 Jahre auf dem Buckel hat. Lasst Euch in die fabelhafte Welt von Otto entführen, in der einfach alles möglich zu sein scheint…

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Der Film beginnt mit einem Wissenschaftler in einem Auto an der Stadtgrenze von Los Angeles, das eine sonderbare Fracht im Kofferraum hat. Öffnet man diesen, wird man innerhalb von Sekunden vaporisiert, wie auch ein Polizist überraschend feststellen muss. Diese Szene leitet über zum ikonischen Punk-Rock-Vorspann aus der Feder Iggy Pops, der direkt extrem in die Ohren geht und Lust auf alles macht, was nun kommen wird. Und wir werden nicht enttäuscht.

Der Film wechselt nach dem Vorspann in einen Supermarkt, wo Punk Otto (gespielt vom blutjungen Emilio Estevez) gerade seinen Job verliert.

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Nun muss aber ein bisschen Geld an Land, worauf Otto seine Eltern zu Hause anpumpt. Doch die haben sich just von allen weltlichen Gütern getrennt und ihr gesamtes Hab und Gut an einen „wohlmeinenden“ Fernsehprediger gespendet. Also muss ein neuer Job her worauf Otto eine Stelle bei der HHAC als „Repossessment Man“ (kurz Repoman) animmt. Die Haupttätigkeit entspricht der eines Inkasso-Unternehmens, bei der nicht abbezahlte Autos von den Repomen wieder eingezogen werden; natürlich oft gegen den Willen ihrer Besitzer. Gemeinsam mit Bud (gespielt vom grandiosen Harry Dean Stanton) begibt sich Otto nun auf mehrere Aufträge, Autos einzuziehen. Dabei läuft er immer wieder dem konkurrierenden Repoman-Unternehmen der „Rodriguez-Brüder“ über den Weg.

repoman4Als Otto die scheinbar paranoide Leila kennenlernt, kommt das Auto mit dem seltsamen Kofferrauminhalt wieder ins Spiel. Leila ist überzeugt dass sich in dem Kofferraum die Leichen mehrerer Ausserirdischer befinden, die starke radioaktive Strahlung abgeben. Als ein Otto bekanntes Punk-Pärchen ausgerechnet diesen Wagen stiehlt, überschlagen sich die Ereignisse und mehrere Geheimorganisationen treten auf den Plan, die nichts lieber möchten als die vermeintlichen ausseridischen Leichen in die Finger zu bekommen. Der Wagen wechselt nun mehrfach die Besitzer und wird im Finale mit zwei unerwarteten Insassen den Weg ins Weltall antreten…

repoman5Repoman von 1984 ist ein Kultfilm, wie er im Buche steht. Neben der großartigen Besetzung (die damals allerdings noch ziemlich unbekannt war) erwartet den Zuschauer ein unvorhersehbarer, origineller Film der mit unglaublich frechen Dialogen und unerwarteten Wendungen überzeugt. Der ganze Film ist inhaltlich und erzählerisch dermaßen spritzig, dass er aktuellen Produktionen in nichts nachsteht. Ich bin sogar fest davon überzeugt, dass der damals noch junge Quentin Tarantino den Film gesehen haben MUSS und sich sagte: „JA, GENAU SOLCHE Filme will ich auch machen!“. Ob das stimmt sei dahingestellt, faktisch ist der britische Regisseur Alex Cox sicherlich ein ebensolches Énfant terrible, das sich nicht darum schert ob er den Massengeschmack erreicht oder nicht. Das führte dazu, dass er nach „Repo Man“ nur noch zwei weitere Filme in Hollywood produzierte und sich für weitere Filmprojekte der Independent-Schiene zuwandte.

repoman6Nachdem ich zuletzt vor 2 Monaten „Buckaroo Banzai“ vorstellte, hatte ich praktisch im selben Atemzug „Repoman“ gesehen und damit auch den Film gesehen, der eher meinem Gusto entsprach. Nicht nur entsprach: Ich war so begeistert, wie schon lange nicht mehr. So begeistert, dass ich den Film innerhalb eines Monats noch ein zweites Mal schaute und beim zweiten Mal sogar noch begeisterter war. Ich würde sagen, dass mir dieser Effekt zuletzt bei „Fight Club“ passiert ist, den ich innerhalb einer Woche ganze zwei Mal im Kino schaute. Und das will was heissen! Der Film punktet durch die Originalität des Drehbuchs und ist auch wie „Buckaroo Banzai“ zu keiner Stelle so glattgebügelt wie „Zurück in die Zukunft“ oder „Ghostbusters“, um mal ein paar Film-Kracher aus der selben Zeit zu nennen. Was den Film zudem sehr besonders macht, ist der hervorragende Punk-Rock-Soundtracks von Bands wie vorhin schon erwähnt Iggy Pop, aber auch The Plugz, Circle Jerks, Black Flag oder Suicidal Tendencies. Sie alle sind dabei und schenken dem Film zur richtigen Zeit die entsprechende Atmosphäre.

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Ey, jetzt mal ohne Witz: „Repoman“ ist der Film, den Ihr sehen MÜSST, wenn Ihr ihn noch nicht kennt. Ich würde behaupten, dass es ein Film für jeden ist, der Unterhaltung fernab aller ausgelutschen Genre Konventionen und vorhersehbaren Plottwists funktioniert und den Zuschauer durch seine Zeitlosigkeit begeistern wird. Besser geht es kaum!

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3 Gedanken zu „Repoman – Punkrock-Abenteuer der Spitzenklasse

  1. Hi!

    Ich habe mir den Film gerade angesehen und war ehrlich gesagt überhaupt nicht begeistert. Vermutlich finde ich den nächsten Tipp wieder ansprechender, da ja schon das ein oder andere Interessante dabei war 🙂

    Ich kann übrigens jedem das Hörbuch „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ an Herz legen!
    Unbedingt anhören (oder lesen), da der Sprecher meiner Meinung nach DIE perfekte Wahl ist.
    Eines meiner neuen Lieblingsbücher!

    „Jeden Morgen wacht A in einem anderen Körper auf, in einem anderen Leben. Nie weiß er vorher, wer er heute ist. A hat sich an dieses Leben gewöhnt und er hat Regeln aufgestellt: Lass dich niemals zu sehr darauf ein. Falle nicht auf. Hinterlasse keine Spuren.“

    Gruß,
    Marc

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