Flimmervielfalt jetzt auf Younow! + Philosophische Gedanken…

YouNowUm den Blog mal ein wenig bekannter zu machen, habe ich mich vor einer Woche dazu entschlossen im Online-Dienst „Younow“ ein wenig die Werbetrommel zu rühren. Ziel ist es, mehr Leser zu erreichen, aber auch gleichermaßen den bisherigen Lesern direkten Kontakt mit mir zu ermöglichen… Doch was ist „Younow“ und wie funktioniert es?

Konkret beantworten kann ich diese Frage noch nicht. Nur soviel: „Younow“ ist ein Internet-Dienst, der es ermöglicht einen Live-Stream von zu Hause aus zu starten und in direkten Kontakt mit seinen Zuschauern zu treten. Im Grunde sowas wie eine Webcam-Unterhaltungs-Show im Stil von Skype oder anderen Diensten, nur dass man von mehreren Leuten in eine Unterhaltung verwickelt wird.

Bei meiner ersten Übertragung über eine Tablet-App habe ich meine ersten Schritte erprobt. Erst schaute ich ein wenig die Kategorien durch, was andere so erzählen. Einige singen, andere zocken, wieder andere berichten über ihre Haustiere…. toll und vielfältig.

Ich klickte auf den „Younow“-Button, konnte mich selbst über die Webcam auf dem Bildschirm sehen und los ging es.

Nach kurzer Zeit sah ich am rechten Bildschirm-Rand wer mir zuzuschauen begann und ging in Interaktion mit den Zuschauern. Ich sprach sie direkt von meinem Medienzimmer aus an und kündigte meine Botschaft an: Flimmervielfalt bekannter machen zu wollen. Filme, Serien, Videospiele und natürlich Literatur live empfehlen zu können, aber auch offen für die Empfehlungen anderer zu sein.

Supereinfach. Das KANN wirklich jeder! Ob es jeder DÜRFEN sollte, steht allerdings auf einem anderen Blatt.

Denn so praktisch ich diesen Dienst für mich und für Euch als Leser dieses Blog einstufe, mit mir in Kontakt zu treten, so sehe ich allerdings auch Gefahren darin. Natürlich ist es cool und unverkrampfter als das Drehen eines Youtube-Videos. Allerdings sehe ich vor allem für offenbar zu junge Nutzer des Dienstes Gefahr im Verzug.

Denn teilweise scheinen sich viele naive Minderjährige auf der Plattform zu tummeln. Ob deren Eltern von der Nutzung des Dienstes wissen, lassen wir mal dahingestellt. Fakt ist allerdings, meiner Meinung nach, dass ich es nicht gutheisse, wenn Minderjährige ihren Lebensraum für Fremde offenlegen.

Klar, die Internet-Gefahr-Diskussion im Zusammenhang mit Minderjährigen besteht ja schon seit einigen Jahren, hat aber durch „Younow“ meiner Meinung nach eine neue Dimension erreicht. Denn nie war es so einfach für Täter in Kontakt mit Opfern zu treten. Hier ist also vor allem von Seiten der Eltern wieder ein weiterer Schritt in Richtung Medienkompetenz gefragt, bzw. sollte der Dienst seine AGBs bezüglich einer Altersgrenze transparenter gestalten. Meiner Meinung nach ist es ein Dienst, der jedenfalls einer solchen Altersgrenze bedarf und bestenfalls nur von volljährigen Nutzern in Gebrauch genommen werden sollte.

Ich bin volljährig, ich weiss einigermaßen, wie ich mich im Netz schütze, was ich über mich erzählen kann und was nicht. Mir ist klar, dass ich „Younow“ als Dienst lediglich als Informations-Plattform nutzen möchte, so lange es mir Spass macht. Mir ist es nicht wichtig, den Großteil der Nutzer zu erreichen. Ein paar weitere Stammleser von Flimmervielfalt reichen mir aus. Aber ich glaube, dass zu junge Nutzer mit zu wenig Erfahrung schnell ins offene Messer laufen, um sich selbst populär zu inszenieren.

Das Internet ist das neue Fernsehen geworden. Das Sendungs-Angebot im Internet ist für Heranwachsende interessanter denn je geworden und das Beste daran ist, dass sie es aktiv mitgestalten können. Zu dumm nur, dass deren Eltern keinen Erfahrungsschatz haben, aus dem sie profitieren könnten. Denn als sie selbst in diesem Alter waren, gab es noch kein Facebook, kein Skype und erst recht kein Younow. Aus diesem Grund ist es schwer für Eltern, in diesen Bereichen eine klare Orientierung zu geben. Machen wir uns nichts vor: Den Zugang zum Internet und zur gegenseitigen Vernetzung vollständig zu verbieten, ist keine Lösung für das Problem, im Gegenteil macht es das Angebot nur umso attraktiver und dann wird es möglicherweise heimlich genutzt.

Ich glaube, eine kontrollierte und vor allem gemeinsame Internet-Nutzung zwischen Eltern und Kind kann beiderseitig von Vorteil sein, um zu einer medienkompetenten Verhaltensweise zu führen. Einen Minderjährigen unkontrolliert ins Internet zu lassen führt dazu, dass die Weite des Angebots ausgeschöpft wird, und dazu gehört auch Younow. Und ich denke, kein Elternteil der Welt wird diese Plattform unbedenklich finden. Denn immerhin offenbart das ahnungslose Kind zu viel Privat- und Intimsphäre an Erwachsene, die es nichts angeht und vor allem gestattet es auch Einblick in die Lebenswelt der Eltern. Und diese Duldung muss aus meiner Sicht stets durch Volljährige Personen erfolgen.

Um das Thema abzuschliessen: „Younow“ ist ein toller Service für Volljährige. Man kann sich live in seinem Lebensraum präsentieren, seine Interessen offenbaren, sein Ego pushen, Menschen kennenlernen und das Gefühl bekommen virtuell prominent zu werden. Erwachsene können diese Illusion gedanklich geniessen, Minderjährige jedoch werden diese Illusion für die Realität halten.

Also denn: Wir Volljährigen sehen uns also demnächst vielleicht mal auf „Younow“.

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