10 mediale Erlebnisse, die die Wartezeit auf „Twin Peaks“ verkürzen…

ttDer durchschnittliche Fan von David Lynchs Geniestreich-Serie „Twin Peaks“ ist mittlerweile in Geduld und Warterei geübt. 10 Jahre nach Ausstrahlung die Veröffentlichung der ersten Staffel auf DVD, auf die Veröffentlichung der zweiten Staffel wartete man gefühlt genauso lange. Mit der Veröffentlichung der BluRay-Box dann nach 23 Jahren zum ersten Mal die „Deleted Scenes“ des Kinofilms. Doch nun steht die härteste Prüfung für den Twin Peaks-Fan bevor: Wie mittlerweile seit Ende Oktober bekannt, kommt es nach 25 Jahren endlich zu einer dritten Staffel der wohl besten Serie der Welt. Im Frühjahr soll es soweit sein…..doch halt. IM FRÜHJAHR 2016!!! WAS? Ein Jahr noch zu überbrücken? 2015 wird somit zur Zerreissprobe. Heute stelle ich Euch 10 mediale Erlebnisse vor, mit denen man die Ungeduld ein wenig verkürzen kann….

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Wie Ihr neulich auf „Flimmervielfalt“ lesen konntet, halte ich „Twin Peaks“ für die beste TV-Serie der Welt. Jetzt mit der Ankündigung der dritten Staffel steht ein ReWatch der ersten beiden Staffeln ins Haus, keine Frage, allerdings wird dieser den Hunger nicht über ein ganzes Jahr hinweg gestillt werden können. So wie mir geht es sicherlich jedem Fan der Serie. Hier also meine 10 persönlichen Highlights an Medien, die man 2015 unbedingt nachholen sollte um sich die Wartezeit zu versüßen:

10. Wild Palms

32830Oliver Stones 5-teilige Mini-Serie nach einer Idee von Wiliam Gibson ist mit seiner Cyberspace-Thematik auf den ersten Blick sicherlich weniger mit Twin Peaks zu vergleichen. Die erstklassige Besetzung jedoch mit ihren schrulligen, wie abgrundtief bösen Charakteren, sowie die nicht immer eindeutig erzählte Geschichte mit vielen subversiven und metaphorischen visuellen Elementen hinterlässt beim Zuschauer ein ähnliches Gefühl des Rätselratens, Interpretierens und Mitfieberns. Klare Empfehlung

9. The Prisoner – Nummer 6

prisoner_2Obwohl die britische Serie „The Prisoner“ oder zu deutsch „Nummer 6“ aus dem Jahre 1967 bereits 47 Jahre auf dem Buckel hat, ist sie auch heute noch verdammt zeitlos konsumierbar. Genau wie „Twin Peaks“ ja auch. Die Geschichte eines namenlosen Agenten, der in einem mysteriösen Dorf gefangengehalten wird, die Zahl 6 verpasst bekommt und in ständiger Korrespondenz mit Nummer 2 steht, war zu ihrer Zeit eine vollkommen neue und fortschrittliche Idee. Nicht nur die Geschichte an sich war geheimnisvoll, sondern auch das Arrangement von Kostümen und Gegenständen wie Telefonen, Fahrrädern und Luftballons. Auch das mysteriöse Ende, das viel Interpretationsspielraum zulässt macht „The Prisoner“ zu einem ähnlichen Mindfuck wie das später entstandene „Twin Peaks“.

8. Happy Town

Happy TownBereits 20 Jahre nach Ausstrahlung von Twin Peaks hatte TV-Sender ABC Lust eine Hommage zu produzieren. Das Ergebnis hiess „Happy Town“ und wurde nach nur 8 Episoden gnadenlos abgesetzt. Die letzten beiden Folgen wurden sogar nicht mal mehr im TV ausgestrahlt sondern im Internet veröffentlicht. Die Serie war dabei keinesfalls schlecht, nur litt sie an dem selben Phänomen wie 20 Jahre zuvor TP: Wer eine Folge verpasste, hatte keine Chance mehr, in die Handlung der Serie reinzukommen. Je stärker der rote Faden einer TV-Serie ist, desto riskanter auch sein Publikum nicht zu erreichen. In „Happy Town“ ging es um Mordserien, Entführungen und den geheimnisvollen „Magic Man“. Die erstklassige Besetzung angeführt von Sam Neil als Filmquisiten-Verkäufer weiss zu überzeugen, doch leider muss sich der Zuschauer darauf einstellen, am Ende mit vielen offenen Fragen alleingelassen zu werden und sich noch sicherer als bei TP sein zu können, dass eine Fortsetzung niemals kommen wird.

7. American Gothic

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Mit 22 Episoden bisher die längste vorgestellte Produktion ist „American Gothic“ von Sam Raimi. Auch hier geht es um eine fiktive Kleinstadt, diesmal mit dem Namen Trinity. Hauptperson der Serie ist Sheriff Lucas Buck, der aber alles andere als ein strahlender Held ist, im Gegenteil handelt es sich bei ihm um den eigentlichen Antagonisten, der vom Teufel besessen zu sein scheint und einen kleinen verwaisten Jungen namens Caleb in seine Obhut nehmen möchte. Die Serie hat alles was eine spannende Produktion braucht, hat im Vergleich zu Twin Peaks keinerlei Humor, allerdings viel Spannung auf Basis von Mystery, immer fast schon in Richtung Horror tendierend, ohne allerdings vollständig abzudriften. Sagen wir, es ist eine Familienserie aus der Hölle.

6. Riget

riget1Lars von Trier ist für viel kranken Scheiss bekannt, aber in seiner auf zwei Staffeln aufgeteilten Mini-Serie „Riget“ oder zu deutsch „Hospital der Geister“ hat er sich meiner Meinung nach selbst übertroffen. Erbaut auf einem dänischen Färberteich steht das königliche Reichskrankenhaus. Doch erwartet den Zuschauer alles andere als eine konventionelle Arzt-Serie. Mit der Handkamera-Handschrift basierend auf dem Erzählstil Dogma95 inszenierte Lars von Trier eine ebenso gruselige wie komische Geschichte vom schwedischen Arzt Doktor Helmer, der nichts lieber tut, als seine dänischen Kollegen zu tyrannisieren und der Spiritistin Frau Drusse, die im Krankenhaus auf Geisterjagd geht. Unvergesslich schockierend bleibt der Auftritt von Udo Kier der für TV-Verhältnisse für einen der groteskesten Momente der Fernsehgeschichte sorgt….

5. Eerie Indiana

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Die Kinderserie „Eerie Indiana“ spielt im gleichnamigen Ort, in den Marshal Teller mit seiner Familie gezogen ist. Und der hat es wahrlich in sich. Elvis wohnt in der Nachbarschaft, Bigfoot durchwühlt Mülltonnen, nach einer Zahnspangeninstallation können Hunde sprechen, Menschen werden in Tupperdosen frisch gehalten, ein mysteriöser Junge namens „/17“ taucht auf und eine Geheimloge spielt auch eine wichtige Rolle. Für eine Kinderserie sicherlich einzigartig….ach, und das Ende ist der absolute Oberknaller. Unbedingt schauen!

4. Wayward Pines

WAYBB_43_M5.0V15_2Noch lief sie nicht, aber ich weiss schon jetzt, dass ich die Serie, die im Mai 2015 anlaufen wird, bedenkenlos empfehlen kann. Basierend auf Blake Crouchs Roman-Trilogie verschlägt es einen FBI-Agenten Ethan Burke in den kleinen Ort Wayward Pines, in dem einiges nicht ganz zu stimmen scheint. Burke, gespielt von Hollywood Badass Matt Dillon, soll zwei verschwundene Kollegen suchen, die allerdings bereits seit über 10 Jahren in dem Ort zu leben scheinen, obwohl sie erst eine Woche zuvor noch Ermittlungen in Wayward Pines durchführen mussten….  klingt spannend? Ist es auch. Wer nicht warten will, sollte zu den Büchern greifen und sich überraschen lassen, was es mit dem unheimlichen Städtchen auf sich hat.

3. Die Abenteuer des Brisco County Jr.

CF7RXMan nehme eine Prise „Wild Wild West“, mische sie mit einer Handvoll „Indiana Jones“, würze das Ganze mit Science Fiction und Comedy, unterteile sie im Stile alter Movie-Serials in 3 bis 3 kleine Happen pro Episode und nehme den wohl coolsten Schauspieler Hollywoods als Hauptzutat und herauskommt „Die Abenteuer des Brisco County Jr.“ mit Bruce Campbell als gleichnamigem Titelheld, den Sohn von Brisco County, der von der Gang des berüchtigten John Bly heimtpckisch ermordet wurde. Wer auf amüsante Abenteuerfilme steht wird mit „Brisco County Jr.“ nichts falsch machen. Die unzähligen schrulligen Charaktere verleihen der Serie genau den Charme, den man aus „Twin Peaks“ gewohnt ist.

2. Ausgerechnet Alaska

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Habs auch schon mal auf Flimmervielfalt vorgestellt. Cicely ist praktisch eine heitere lebensbejahende inoffizielle Partnerstadt von Twin Peaks, denn bis auf Mord und Totschlag erlebt Dr.Joel Fleischman in der Stadt nicht minder seltsame Persönlichkeiten und Ereignisse, als Dale Cooper in Twin Peaks tut. Und das Allerbeste an der Serie ist die hohe Anzahl von Episoden, die 2015 mit Sicherheit viel Vorfreude auf TP Staffel 3 bereiten können und den Zuschauer lange bei der Stange halten werden.

1. Deadly Premonition

deadly-premonition-twin-peaks-30Egal ob auf dem PC, der Xbox 360 oder der PS3: Ihr kommt um das Videospielerlebnis „Deadly Premonition“ nicht herum, wenn Ihr wahre Fans von Twin Peaks seid. Wo man voller Vorfreude auf „Alan Wake“ hoffte etwas ähnliches wie Twin Peaks als Spiel zu bekommen, nur um festzustellen, dass man sich in einem linearen Stephen King-Roman befindet, hält „Deadly Premonition“ konsequent was ich Euch verspreche. Es ist praktisch eine alternative Neuinterpretation von David Lynchs Serie, kein Wunder, denn kaum irgendwo auf der Welt war die Serie so groß, wie in Japan. Kein Wunder also dass sich Rising Star Games vor der Geschichte verbeugt und ein technisch eher schwaches aber visuell und erzählerisch dichtes Spiel auf Basis von Twin Peaks erzählt. Wer das nicht spielt, dem ist nicht mehr zu helfen!

So, falls der geneigte Fan nicht bereits alle vorgestellten Produktionen kennt und hinter sich hat, hoffe ich doch, dass ich den ein oder anderen Tipp geben konnte um das schwere kommende Jahr 2015 erträglicher zu machen. Falls Ihr nichts mehr von mir lesen solltet dieses Jahr: Guten Rutsch!

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