„Brothers Bloom“ – Dieser Film ist pure Magie…

BildZwei Profi-Trickbetrüger, eine schiesswütige und obendrein Sprengstoff-versierte Japanerin, eine unterforderte Millionärin und ein Plan in 15 Schritten; alles in allem nicht herkömmlich, sondern möglichst unkonventionell erzählt. Das Geheimrezept eines unglaublich tollen Spielfilms, den ich Euch heute näher vorstellen möchte. „Brothers Bloom“, den zweiten Film von Rian Johnson….

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Die Brüder Bloom und Stephen sind Waisenknaben, die von einer Familie zur anderen weitergereicht werden. Sie halten zusammen wie Pech und Schwefel. Stephen ist ein richtiges Schlitzohr und fasst schon früh in seiner Biografie den Entschluss, Trickbetrüger werden zu wollen. Sein sanftmütiger Bruder Bloom zieht aus Loyalität mit, wird aber stets als Part von Stephens 15-teiligem Masterplan nicht über jedes Detail in Kenntnis gesetzt. Schliesslich werden die beiden zu Schützlingen des Meister-Trickbetrügers Diamond Dog. Doch um an der ersten Stelle im Trickbetrug-Olymp zu stehen, liefert sich Stephen mit Dog ein Duell, bei dem der Meister ein Auge verliert.

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Als Bloom versucht aus dem System auszusteigen, kann Stephen ihn noch zu einem letzten Coup überreden. In dem bereits erwähnten 15-teiligen Plan wird Charmebolzen Bloom auf Millionärin Penelope angesetzt. Doch die scheinbar nicht ganz frische Maid hat es faustdick hinter den Ohren und ist den Brüdern immer einen Schritt im Masterplan voraus..

Zugegeben, die Handlung von „Brothers Bloom“ klingt wie eine gewöhnliche Gauner-Komödie, doch der Film ist viel mehr als das. Angefangen bei den Darstellern. Mark Ruffalo als rauhbeiniger Stephen, Adrien Brody als nachdenklicher Aussteiger Bloom, Rachel Weisz als gewitzte Millionärin, Rinko Kikuchi als (zurecht) namensgebende Bang Bang und Maximilian Schell als düsterer einäugiger Diamond Dog. Sie alle spielen ihre Rollen glaubwürdig, so als wären ihre Alter Egos die Realität und die Schauspieler eigentlich die Abziehbilder.

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Zweiter überzeugender Faktor des Films ist die Erzählweise. Während eine reine Zusammenfassung der Handlung gewöhnlich klingt, ist der Film visuell losgelöst von Raum und Zeit. Man kann nicht genau zuordnen wann er spielt. Einige Elemente wie Kleidung und Ambiente wirken wie aus den späten 20er Jahren, Fahrzeuge und andere Outfits atmen den Spirit der 60er und wirken als wären sie direkt einer Folge der Serie „Mit Schirm, Charme und Melone“ entnommen. Widerrum sind viele Orte der Gegenwart entlehnt. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass „Brothers Bloom“ in einem Paralelluniversum spielt. Darüber hinaus bietet der Inhalt des Films viele Märchenmotive, wie die Waisenkind-Prämisse, einen bösen Stiefvater und die schöne, dumm wirkende, aber letztendlich nicht ganz so dumme Prinzessin, die es zu erobern gilt. Ich musste direkt an Bryan Fullers wunderbare Serie „Pushing Daisies“ denken.

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An dritter Stelle sei erwähnt, dass die Handlung rund um die Welt angesiedelt ist. Auch wenn nicht von jedem Handlungsort Details zu sehen sind, freute ich mich beim Schauen über jeden der abwechlungsreichen Ortswechsel. Immerhin wurde der Film in Tschechien, Rumänien, Serbien und Montenegro gedreht und wartet locker mit der doppelten Anzahl an Schauplätzen auf. Selten habe ich in einem Film so viele wunderschöne Örtlichkeiten gesehen. Kurzum ist der Film ein visuelles Märchen. Regisseur Rian Johnson hat mit der Handlung und den darin enthaltenen Ortswechseln einen unglaublich kurzweiligen Film geschaffen.

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Ich habe seit „Brick“ ein Auge auf den Regisseur geworfen. An vierter Stelle seien die unglaublich intelligenten Dialoge und Monologe von „Brothers Bloom“ erwähnt. An jeder handlungsträchtigen Stelle wird der Subtext  durch Handeln visualisiert. Wenn etwa Penelope erzählt, sie beschäftige sich privat mit Hobbies und daraufhin in Perfektion mehrere Fingerfertigkeiten vorzeigt oder wenn der düstere Diamond Dog auftritt und Rache für sein verlorenes Auge einfordert. All das ist pure Kino-Magie, wie man sie am liebsten bei jedem Film erleben würde, sie allerdings nur in 5% aller geschauten Filme derart befriedigt erlebt. Zudem wartet der Film wirklich mit einem Happy End im Sinne des gelebten Idealismus für alle Charaktere auf. Der eine erlebt seine Rache, der andere den perfekten Tod, widerrum andere die Liebe ihres Lebes. Darum empfehle ich den Film vorbehaltlos allen feinfühligen Menschen mit einem Faible für tolle Erzählungen.

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