„Hochzeitsnacht im Geisterschloss“ – Vergessener Filmklassiker

BildWas waren die 1980er doch für eine tolle Epoche, wenn wir an Filme denken! „Ghostbusters“, „Indiana Jones“, „Ferris macht blau“… alles Filme, die einem sofort einfallen, werden sie doch jedes Jahr von verschiedenen Sendeanstalten mehrfach runtergenudelt, so dass man schon mitsprechen kann. Doch was ist mit „Hochzeitsnacht im Geisterschloss“? Schon mal von gehört? Etwa schon mal gesehen? Hab ich es mir doch gedacht!😀 Warum ich der Meinung bin, dass damit eine der tollsten turbulenten Komödien des Jahrzehnts vergessen wurde, lest Ihr heute!

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Der Film spielt nicht näher definiert irgendwo in den Staaten irgendwann in den frühen 50er Jahren. Larry Abott und Vicki Pearle sind ein eingespieltes Team, wenn es um die wöchentliche Gruselhörspielsendung im Radio geht. Gerade Larry ist ein echtes Naturtalent, wenn es um Grusel geht, immerhin wuchs er als Kind in einem richtigen Gruselschloss wie aus dem Bilderbuch auf. Doch als er uns seine berufliche Partnerin beschliessen, sich zu trauen, kommt ein altes Kindheitstrauma in ihm hoch, dass zu Angstattacken führt. Schon tritt Larrys Onkel Paul Abbot auf den Plan, der diesen mit einer Konfrontations-Schocktherapie in dessen Kindheitshabitat heilen möchte. Nichts davon wissend fahren Larry und Vicki ins Schloss um ihre Verlobung mit Larrys Familie zu feiern.

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Doch die Familie stellt sich als ein Haufen exzentrischer Gestalten heraus. Angefangen mit der sehr maskulinen Großtante Kate,  deren Ehemann Francis und der Sohn Francis Junior, der ein Faible dafür hat, sich als seine Mutter zu verkleiden und die Familie damit zu belustigen. Des Weiteren Larry Cousin Charles, der mit dessen Ex-Freundin Silvia zusammen ist, die nichts unversucht lässt nochmal ein sexuelles Revival mit Larry zu erleben. Und nicht zu vergessen Cousine Susan und deren Ehemann, der teuflische Magier Montego. Ausserdem wird das Haus noch von einem vermeintlichen Werwolf und einem missgestalteten „Etwas“ bewohnt, sowie von dem dementen und schwerhörigen Butler Pfister und dessen jähzorniger Ehefrau Rachel bedient. Als Onkel Paul seine Schocktherapie in die Tat umsetzen will, verkündet Tante Kate, dass sie ihr gesamtes Vermögen Larry vermachen möchte. Damit lebt sie auf gefährlichem Fuß, denn kurz darauf wird Francis Junior mit ihr verwechselt und getötet. Wer von der illustren Gesellschaft ist der Mörder? Und wird Larry seine Angstattacken in den Griff bekommen?

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„Hochzeitsnacht im Gruselschloss“ ist ein unglaublicher Spass für Jung und Alt. Tatsächlich handelt es sich um einen Autorenfilm des bekannten Komikers Gene Wilder, der sowohl Regie führte, das Drehbuch schrieb, den Film produzierte und die Hauptrolle übernahm. Eine echte Herzblutangelegenheit also und das ist dem Film in jeder Pore anzumerken. In nur 80 Minuten lässt die schaurig-witzige Geschichte dem Zuschauer keine Atempause. Normalerweise würde man überfrachteten Inhalt in einem Film eher negativ auslegen. Keinesfalls hier. Die unzähligen schrulligen Charaktere, ständige Irrungen und Wendungen in der Story sowie Gags sowohl auf visueller und sprachlicher Grundlage. Zwar zündet nicht jeder Witz, ist aber jedenfalls gut gemeint. Gene Wilder hat sich in dem Film jedenfalls saumäßig ausgetobt und gemacht, wozu er Bock hatte. Bei der großartigen Schauspieler-Riege ist die positive Chemie und Stimmung in jeder Sekunde spürbar.

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Das ist ein Film, bei dessen Dreh wahrscheinlich alle einen mordsmäßigen Spass hatten. Vor allem Tom DeLuise in seiner Rolle als Tante Kate schiesst wahrlich den Vogel ab. Sogar vor einer sehr schrägen Tanz- und Gesangseinlage machte er nicht halt. Doch der Film hat auch eine traurige Geschichte im Hintergrund. Tatsächlich war Gene Wilder mit seiner bezaubernden Film-Verlobten gespielt von Gilda Radner verheiratet, deren letzter Film „Hochzeitsnacht im Geiserschloss“ bleiben sollte.

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Kurz nach den Dreharbeiten wurde bei Ihr Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert, den sie leider in den folgenden Jahren nicht besiegen sollte. Doch trotz dieser bitteren Hintergrundgeschichte sollte man sich den Spass an dem Film keinesfalls verderben lassen. Der Faktor „Too much“ verleiht dem Film das gewisse Etwas, dass ihn zum zeitlosen Klassiker werden lässt. Nicht zu vergessen handelt es sich zudem an eine Verbeugung vor und Hommage an die Glanzzeit der Horrorfilme der Hammer-Studios. Unzählige Horror-Klischees werden durch den Kakao gezogen und sorgen bei Kennern der Hammer-Filme sicherlich für doppelte Unterhaltung. Dafür sorgt vor allem auch die authentische Kulisse von Knebworth House, einem tatsächlichen Landsitz in England. Während gerade viele Filme aus den 80ern nicht mehr so lustig sind wie früher, hat „Haunted Honeymoon“ nichts von seiner Spritzigkeit verloren. Ein großer Spass für Jung und Alt also. Spätestens nächstes Sylvester sollte der geneigte Leser diesen Film jedenfalls gesehen haben!

 

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