„The Gate – Die Unterirdischen“ – Schmunzel-Grusel aus Kanada

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Endlich habe ich ihn mal nachgeholt: „The Gate – Die Unterirdischen“ von 1987. Ein Film, der sicherlich vielen Heranwachsenden gefallen hätte, die ihn dank der Altersfreigabe ab 16 Jahren hierzulande nie zu dem Jugendkultfilm gemacht haben, der er in anderen Ländern ist. Ich habe  den Film mal genau unter die Lupe genommen…Bild

Klar, nicht jeder Film mit Kindern als Hauptdarsteller ist zwingend ein Film für Kinder. „The Gate“ beginnt mit einer Reihe von scheinbar nicht zusammenhängenden Ereignissen. Glenn träumt davon, wie der Baum in seinem Garten samt Baumhaus umkippt und siehe da: Am nächsten Morgen ist es tatsächlich passiert und ein großes Loch klafft im Boden des Gartens. Die Eltern verreisen für ein Wochenende, Glenn und seine ältere Teenie-Schwester bleiben allein zu Haus. Selbstverständlich nutzt die heranwachsende Göre die Chance, eine Party zu geben. Während eines Levitation-Party-Spiels stößt Glenn sich den Kopf. Eine mysteriöse Botschaft wird verlesen. In der Nacht stirbt auch noch der Familienhund und soll am darauf folgenden Tag von einem Freund der Schwester zum Krematorium gebracht werden. Doch da dort bereits geschlossen ist, und die Türklingel überhört wird, wirft der Bengel den Kadaver des Hundes in …. ratet Mal: Das Loch im Garten!

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Und jetzt? Dank seinem besten Freund Terry, einem erfahrenen Metal-Fan, erfährt Glenn, dass all diese scheinbar nicht zusammenhängenden Ereignisse ein Ritual darstellten um ein Tor zur Hölle im Garten zu öffnen. Dieser Zusammenhang eröffnet sich zumindest dank eines Plattencovers, deren Bandmitglieder unter mysteriösen Umständen verstarben. Natürlich versuchen Glenn und Terry mit einem weiteren Ritual das Tor im Garten zu versiegeln, doch es ist bereits zu spät! Die Kacke beginnt zu dampfen, kleine böse Wesen entsteigen dem Loch und es beginnt eine filmische Geisterbahnfahrt, bis am Ende doch alles wieder gut wird und lediglich das Haus in Trümmern liegt…. und genau so fühlt sich „The Gate“ an!

In der ersten Hälfte des Films passiert praktisch gar nichts besonderes. Alles wirkt wie eine Episode der Serie „Gänsehaut“. Doch ab der Hälfte, als die Büchse der Pandora geöffnet ist, nimmt das Ganze düstere Züge an, ohne jemals wirklich den Zuschauer zu Tode zu erschrecken.

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„The Gate“ hat durchaus seine gruseligen und ekligen Momente. Es fliesst ein wenig Blut und noch mehr Schleim. Als Erwachsener den Film zu sehen hat mich in die Kindheit zurückversetzt. Wahrscheinlich hätte mir der Film im Alter von 13, 14 Jahren richtig gut gefallen. Ich kann mich auch erinnern, dass mein Vater ihn einst aus der Videothek ausgeliehen hatte und mich nicht mitgucken liess. Dennoch muss er beim Schauen wahrscheinlich das selbe Gefühl bekommen haben, wie ich als ich den Film heute zum ersten Mal sah. Er versetzt einen in die frühpubertäre Phase zurück, als man noch nicht richtig einschätzen konnte, was möglich ist und was nicht. In den 80ern hat es mehrere Filme gegeben, in denen Kinder mit gruseligen oder nervenzerreissenden Situationen konfrontiert waren. Denken wir an die Goonies. Denken wir an E.T. und vor allem: Denken wir an Roland Emmerichs „Joey“. Alle diese Filme sind miteinander verwandt, genau wie es heute ein „Harry Potter“ mit einem „Percy Jackson“ oder einem „Edward Cullen“ ist. „The Gate“ atmet den Zeitgeist der 80er Jahre-Jugendunterhaltung.

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Klamotten und Frisuren in dem Film wirken aus heutiger Sicht weit gruseliger als mancher der zugegeben recht originellen Spezialeffekte. Die runden den Film in seinem Unterhaltungswert richtig ab. Völlig kurzweilig stolpern die Protagonisten von einem Höhepunkt zum anderen. Mit Stop-Motion, Ganzkörpermasken und Animatronics wurden den drei Kindern Gegenspieler gezaubert, die vor Fantasie nur so sprühen. Ich stellte die Altersfreigabe des Films in Frage. Nun, wir dürfen nicht vergessen, dass Altersfreigaben keine pädagogischen Empfehlungen sind. Wenn ich jetzt „The Gate“ mit dem kürzlich vorgestellten ab 6 Jahren freigegebenen Zeichentrickfilm „Wenn der Wind weht“ vergleiche, dann ist letzterer aus meiner Sicht wesentlich bedenklicher. In den Staaten hat der Film eine Altersfreigabe mit der Bezeichnung „PG-13„. Diese besagt, dass Eltern nach dem Konsum des Mediums entscheiden dürfen, ob ihr Kind mit 13 Jahren reif genug ist, ihn zu sehen. In England hat der Film eine Altersfreigabe ab 15. Was ich damit sagen will, dass die engen Kategorien der FSK zwischen und 12 und 16 Jahren keinen Spielraum zulassen. Dabei findet gerade zwischen 12 und 16 eine maßgebliche, aber bei jedem Menschen anders verlaufende geistige Entwicklung statt.

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Man kann also keine pauschale Aussage darüber treffen, ob der Film seiner deutschen Altersfreigabe gerecht wird. Fakt ist jedoch, dass „The Gate“ ein unglaublicher Film mit hohem Unterhaltungswert ist, egal ob man nun 16 oder 33 Lenze zählt.

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