Eine Reise die mein Leben veränderte… – „Journey“

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Wo komme ich her? Wo gehe ich hin? Was ist mein Lebensziel? Werde ich es alleine erreichen können? Oder werde ich von anderen beim Erreichen des Ziels unterstützt? Werde ich möglicherweise unterwegs aufgeben, weil ich glaube, dass das Ziel nicht mehr erreichbar sein wird, ohne zu merken, dass es direkt vor meiner Nase liegt? All diese Fragen stellte bereits Paolo Coelho in seinen Büchern wie „Der Alchimist“ oder „Der Zahir“. Die Antworten auf alle diese Fragen, kann sich jedes Individuum im Laufe seines Lebens selbst beantworten. Ein Videospiel, das diese Fragen ebenfalls stellt, ohne ein einziges Wort aufzuwenden, ist „Journey“ auf der Playstation 3…

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Ich kann eigentlich kaum glauben, was ich da eben gespielt habe. Für 2 Stunden saß ich wie hypnotisiert vor dem Bildschirm und liess mich von der Reise eines kleinen vermummten Männchens verzaubern. Zu Anfang erwache ich in einer großen, von Ruinen und seltsamen Steinpfeilern gesäumten Wüste. In weiter Ferne siehe ich einen Berg, aus dessen Mitte ein Lichtstrahl leuchtet. Keine Frage, dies ist das Ziel. Und ich ziehe los. Unterwegs stelle ich fest, dass ich mit der O-Taste eine Art Ruf von mir geben kann, bei dem eine Ikone über meinem Kopf erstrahlt. Durch die Luft flirren braune Tücher, die mir die Fähigkeit verleihen, in die Luft zu springen. Aber ich muss die Sprungfähigkeit immer wieder aufladen.

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Hin und wieder finde ich kleine Lichter…wenn ich sie aufnehme, wird mein Schal länger…. in Kontakt mit den flirrenden Tüchern sehe ich meine Schal aufleuchten…Aaaah, umso länger der Schal, desto länger die Dauer meines Sprungs/Flugs. Habs kapiert! Ich aktiviere versandete Tücher, die mir sich zu Brücken formieren. Ich überwinde die höchsten Hindernisse und lege waghalsige Rutschpartien auf dem Sand hin. Schliesslich stehe ich an einem Punkt, der unüberwindbar erscheint. Plötzlich höre ich hinter mir ein Geräusch. Als ich mich umdrehe, sehe ich jemanden, der genauso aussieht wie ich…gesichtslos….aber mit etwas längerem Schal. Und dieser Jemand hilft mir, mein Ziel zu überwinden…und ist daraufhin verschwunden. Wer war das nur?

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Ich erwecke Tücher zum Leben und reite auf ganzen Drachen aus Tüchern durch die Luft. Als ich in einer Höhle ankomme, erwecke ich einen steinernen Drachen zum Leben, der sich auf mich stürzt um die Länge meines Schals zu kürzen… ich umschiffe ihn mit Hilfe eines weiteren Gefährten, der mir ähnlich sieht. Unterwegs aktiviere ich immer mehr Schreine…große übermächtige Figuren stehen vor mir und erzählen mir in einer Bildsprache die Geschichte ihres Volks…Gehöre ich etwa zu ihnen? Ich komme meinem Ziel immer näher, aber in der höchsten Höhe werde ich von einem Schneesturm gebeutelt. Mehrmals rufe ich meine Ikone in die Luft, aber nirgends ist einer der helfenden Begleiter zu sehen. Was mache ich nur? Werde ich alleine an mein Ziel gelangen?

Bild„Journey“ aus dem Jahr 2012 der Firma „thatgamecompany“ ist der ultimative Kaufgrund für eine PS3! Ein Spiel von nur 2 Stunden, das seine Geschichte lediglich durch Bilder erzählt und das, was dem Spiel durch den Kopf geht, während er diese Bilder sieht. Ein unglaublicher Rausch aus Bildern, Wüstensand, Schnee und Licht. Musikalisch so simpel und gekonnt untermalt, dass ich ganze zwei Male aus Ehrfurcht vor der Schönheit des Spiels in Tränen ausbrach. Nicht das erste Mal hat mich ein Spiel zu Tränen gerührt! Manches Rollenspiel hat mit seiner Geschichte nach 30 bis 50 Stunden auch eine dramatische Wendung nach sich gezogen, die mich mit den Helden mitfiebern lässt. Hier jedoch gibt es keine solche Geschichte, keine allzu dramatische Wendung und lediglich zwei Stunden Spielzeit!

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Und das Spiel hat sogar eine Online-Komponente! Die Gefährten die ich unterwegs traf, waren zwei Spieler, deren Identität mir erst im Abspann offenbahrt wurde. Beide haben mir geholfen. Keiner von ihnen konnte mit mir kommunizieren. Möglicherweise empfand ich sie gerade deswegen als angenehm? Wieviele Online-Spiele hat man schon angezockt und die Lust darauf verloren, weil erfahrenere Spieler mich als N00b beschimpften. Hier war das nicht möglich…. Vielleicht unternehme ich die Reise eines Tages erneut und helfe anderen auch ihr Ziel zu erreichen. „Journey“ ist grafisch und spielerisch eines der intensivsten Erlebnisse, die ich je in einem Videospiel geboten bekam. Allerhöchstens lässt es sich vergleichen mit Spielen wie „Ico“ oder „Shadow of the Colossus“ ohne deren diffuse Bedrohung. „Journey“ hat mein Bewusstsein erweitert, mich zum Nachdenken angeregt und mich von der ersten bis zur letzten Sekunde in seinem Bann gehalten. Der künstlerisch-ästhetische Aspekt des Spiels ist zudem auf derart hohem Niveau und ein Paradebeispiel dafür, dass Videospiele als Medium ebenfalls den Kunstliebhaber erreichen können Gebt dem kleinen aber feinen Titel eine Chance! Es lohnt sich allemal!

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2 Gedanken zu „Eine Reise die mein Leben veränderte… – „Journey“

  1. Ein großartiger Artikel zu einem wirklich genialen Titel.
    Interessant empfand ich den beinahe perfekten Fluss, indem sich der Spieler befindet.
    Die Idee und Umsetzung des Spiels ist mehr als gelungen.

    Grüße von
    John Tester

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