Blasphemie zur Himmelfahrt! – „Dogma“ von Kevin Smith

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Manche Filme kann man immer wieder sehen und sie werden nicht langweilig. Dazu gehören jedenfalls die Filme von Kevin Smith, allen voran sein religiöses Fantasy/Comedy-Spektakel „Dogma“ von 1999. Die Geschichte ist so simpel, wie die Apokryphen der Bibel! Bartleby und Loki sind zwei gefallene Engel, die es sich tüchtig mit Gott verscherzt haben und auf die Erde verbannt worden sind. Doch die beiden haben ein Schlupfloch gefunden, um wieder Zutritt ins Himmelsreich zu erlangen. Dieses ist in den Dogmen der katholischen Kirche begründet. Lediglich ein Besuch in einer Kirche in New Jersey genügt.

Doch selbstverständlich geht diese geplante Aktion nicht an Gott vorbei, sodass er sein Sprachrohr Metatron zur Erde schickt, um den letzten Nachkommen Jesu Christi, Bethany, geschieden, unfruchtbar und Koordinatorin in einer Abtreibungsklinik auf eine Pilgerfahrt nach New Jersey zu schicken. Sie soll Loki und Bartleby aufhalten, jene gefallenen Engel, die Kirche zu betreten. Auf ihrer Reise gesellen sich ihr die beiden „Propheten“ Jay und Silent-Bob, der dreizehnte maximalpigmentierte Apostel Rufus und die Muse Serendipity hinzu, um sie bei ihrer Aufgabe zu unterstützen.

Doch Loki und Bartleby erhalten Unterstützung von Azrael, der ihnen einen Vorsprung verschafft. Und letztendlich steht die große Konfrontation mit Gott (gespielt von Alanis Morissette) bevor!

Die Filme von Kevin Smith sind allesamt gekleidet in das Gewand der einfachen amerikanischen Komödie, ohne deren verbale Einfachheit an den Tag zu legen. Die Dialoge sind allesamt kernig, lang, philisophisch und inhaltlich sehr komplex gestaltet. Gerade „Dogma“ zündet seine Gags erst so richtig, wenn man ein wenig mit dem christlichen Glauben und den Dogmen der katholischen Kirche bewandert ist.

Dem Film schwingt etwas sehr verruchtes und gotteslästerliches mit, obwohl er in erster Linie erzählerisch sehr absurd und surreal daherkommt. Der Film ist ein wahres Feuerwerk aus köstlichen Dialogen. Die stehen sehr stark im Vordergrund, wodurch die wenigen Special-Effects zum beiläufigen Beiwerk verkommen und allenfalls Mittel zum Zweck sind.

Man kann den Film sicherlich keinem christlichen Fundamentalisten empfehlen, aber alle religiös gebildeten Menschen, die sich selbst erlauben auch über ihre eigene Religion zu lachen, werden ihre wahre Freude mit diesem Machwerk haben. Der Film ist allerdings nichts für Leute, die einfach nur eine flache Komödie mit leicht verständlichen Gags erwarten. Denn vielmehr ist es so, dass der Film selbst viel Hintergrundwissen zur Bibel vom Zuschauer erwartet.

Alles in Allem handelt es sich schon um einen besonderen Film, den ich besonders gerne um christliche Feiertage herum einwerfe um mit einem Augenzwinkern zum Kruzifix zu schielen und zu wissen, dass selbst Humor dieser Art vom Menschen erzählt worden ist, der nach dem Bilde Gottes geschaffen wurde. Somit wird auch Gott ganz großen Spass mit „Dogma“ gehabt haben.

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