Who the F**ck is Garibaldi? – L´eroe dei due mondi!

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Schon mal von Giuseppe Garibaldi gehört? Ich war zwar in meinem Leben schon drei Mal in Italien, aber bis zum heutigen Morgen, als ich den italienischen Zeichentrickfilm „Der Held der zwei Welten“ gesehen habe, ist diese Person völlig an mir vorbeigegangen. Wahrscheinlich würde der Durchschnittsitaliener aber auch nicht sagen können, wer Rübezahl oder Guy Fawkes ist. Von letzterem habe ich auch übrigens auch das erste Mal durch „V wie Vendetta“ erfahren. Manch berühmte Persönlichkeit gelangte vor allem zu nationalem Ruhm, wohingegen sie für den Rest der Welt nicht relevant gewesen ist.

Nun aber zum Film: Der kleine Junge Peppino ist mit seinem Vater und seinen beiden Brüdern, wie auch dem kleinen Hund Spazzola auf dem Meer fischen. Da werden sie von einem Gewitter überrascht und zu alem Unglück fallen Peppino und Spazzola über Bord. Sie stranden an einer Insel, wo sie kurzerhand einen alten Einsiedler und dessen vier Tiere, eine Ziege, einen Kater, einen Papagei und ein Pferd kennenlernen. Peppino bekommt von dem seltsamen alten Mann zur Überbrückung der Zeit bis er von seinem Vater gefunden wird, Erzählungen über Italiens Nationalhelden Giuseppe Garibaldi erzählt, der als Guerillakämpfer sowohl für Brasiliens, als auch für Italiens Autonomie gekämpft hat.

Und das ist auch schon die ganze Handlung. Klingt nicht sonderlich atemberaubend? Ist es auch nicht. Ich hatte wirklich meine Schwierigkeiten mit dem Film. Die Haupthandlung mit Peppino ist sehr albern und fast schon infantil erzählt; hingegen die Szenen als der alte Mann über Garibaldis Taten erzählt ist sowohl erzählerisch, als auch optisch in einer ganz anderen Liga anzusiedeln. Hier werden einem nur so geschichtliche Fakten um die Ohren geworfen, während man von der Bildgewalt der einsetzenden Mischung aus Rotoskopie und Glasplattenanimation regelrecht erschlagen wird. Wahrscheinlich handelt es sich um einen italienischen Familienfilm, den Erwachsene mit ihren Kindern schauen und erläutern können. Für Nicht-Italiener ist der Film allerdings offenbar nicht produziert worden, da ich meinem Kind beim gemeinsamen Schauen dieses Films nicht erläutern könnte, was es mit den Inhalten auf sich hat. Mir hingegen entlockte der Film viele Fragezeichen und ich könnte selbst am Ende des Films nicht wirklich sagen ob ich wüsste wer Garibaldi nun wirklich gewesen ist.

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Der Film ist optisch jedoch ein echter Leckerbissen. Es gibt auf beiden Erzählebenen keinerlei Standbilder oder in irgendeiner Form das Gefühl, dass der Film billig produziert sei. Im Gegenteil, zeichnet sich für den Film niemand anders als Guido Manuli verantwortlich, einer der größten italienischen Regisseure für animierte Sequenzen. Sein Repertoire reicht vom Werbeclip bis zum Musikvideo. Er zauberte den Film, indem er die eingangs von mir erwähnten zwei vollkommen unterschiedlichen Zeichen- und Animationsstile miteinaner verknüpfte um so die Erzählebenen künstlerisch auseinanderzuhalten. „Der Held der zwei Welten“ war sein erster Zeichentrickfilm in Spielfilmlänge, den er 1994 realisierte. Kurzum, der Film hat ein ambitioniertes Team hinter sich. Ganz zu schweigen jedoch vom deutschen DVD-Cover, dass der visuellen Brillianz dieses Werkes nicht gerecht wird. Die deutsche Synchronisation hingegen ist von einem soliden Cast besetzt, allen voran von Wolfgang Völz, der den Hauptdarsteller Garibaldi spricht.

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Es ist sehr schwierig, diesen Film zu empfehlen. Die Peppino-Szenen haben mich größtenteils genervt, wohingegen die Erzählungen über Garibaldi mich künstlerisch so angesprochen haben, dass ich mich kaum auf den gesprochenen Text konzentrieren könnte. Der Film ist weder Fisch noch Fleisch, sondern irgendetwas dazwischen. Er vermittelt weder kindgerecht  noch erwachsenengerecht seinen Inhalt in angemessener Form. Eine klare Kaufempfehlung kann ich somit nicht aussprechen, möchte den Film dennoch an jene empfehlen, die auf hochqualitative Zeichentrickkost abseits des Mainstreams stehen. Denn visuell weiss der Film durch seine Farbvielfalt und die aufwändige Animation zu gefallen.

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