Der Weg zu den Sternen

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„Der Weg zu den Sternen“ von Pawel Kluschanzew

Soeben habe ich mir diesen wunderbaren sowjetischen Film von 1957 zu Gemüte geführt. Erschienen ist der Film in Deutschland auf DVD von der Firma Icestorm Entertainment. Enthalten ist die deutsche Synchronfassung der DEFA, die seinerzeit in der DDR entstanden ist.

Der Film ist eine gekonnte Mischung aus Dokumentation und Science Fiction.  Anlass zum Filminhalt gab offenbar der Abschuss des ersten Sputnik-Satelliten im Entstehungsjahr. Im ersten Drittel des Films wird von zur Zarenzeit lebenden Konstantin Ziolkowski erzählt, der bereits die Vision und erste wissenschaftliche Grundlagen der Raumfahrt definierte. Diese werden sehr verständlich visualisiert.

Im Zarenreich nicht anerkannt, wurden Ziolkowskis Theorien praktisch erst zur Zeit des Pionierdrangs im Kommunismus neu aufgegriffen und der Film beschreibt die ersten Versuche Modellraketen so hoch wie möglich zu schicken. Anschliessend wird das damals aktuelle Tagesgeschehen um die Sputnik-Sensation erzählt. In der zweiten Hälfte traut der Film sich einen sehr optimistischen Blick in die Zukunft zu werfen. Ein erster bemannter Raumflug wird fabuliert, der Bau und Sinn und Zweck einer Raumstation erläutert, der Mond umkreist und letztendlich im Hinblick auf die Erforschung des gesamten Sonnensystems die erste Mondlandung vollzogen, mit dem Ziel eine Stadt auf dem Mond zu errichten.

Der nur 50-minütige Film hat mir den Vormittag versüßt. Sowjetische Science Fiction hat oftmals den Hang zur positiven Utopie zum Ziel und genau das merkt man dem Film an. Eine positive und nach vorne schauende Grundstimmung und wissenschaftlicher Ehrgeiz macht sich von Anfang bis Ende des Filmes breit. Tricktechnisch ist der Film für Verhältnisse von 1957 grandios umgesetzt und musikalisch und optisch als klarer Vorreiter von Filmen wie „2001 – Odyssee im Weltraum“ erkennbar. Szenen wie kreisrunde Raumstationen, Weltraumspaziergänge und die Visualisierung von Schwerelosigkeit sind sehr gelungen. Der sowjetische Pathos ist im Film spürbar, allerdings wirklich auf eine positive Art und Weise, die keinesfalls Gedanken an Raketen zur Kriegsführung verschwendet.

Der Film ist weniger als „Science Fiction“ zu verstehen, sondern eher das, was man als „lehrreiche Phantastik“ bezeichnet. Ich kann eine klare Kaufempfehlung aussprechen!

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